Achselzucken

Im ersten Kapitel des Buches ›Die globale Überwachung‹ schreibt Glenn Greenwald darüber wie Edward Snowden ihn kontaktierte und wie es schließlich zum Austausch der Dokumente und dem Treffen in Hongkong kam.

Mich faszinierte beim Lesen erneut die Besonnenheit Snowdens. Er war sich bei der Kontaktaufnahme der möglichen Konsequenzen sehr bewusst, und hatte seinen Frieden damit geschlossen. Ihm war klar, dass er sein (bisheriges) Leben aufgeben musste. Angst hatte er jedoch vor etwas ganz anderem:

»Bei alldem habe ich nur vor einem Angst«, sagte er, »dass die Menschen diese Dokumente sehen und mit einem Achselzucken darüber hinweggehen, dass sie sagen: ›Das haben wir uns schon gedacht, das kümmert uns nicht.‹ Ich habe Sorge, dass ich all das für nichts und wieder nichts tue.«

Glenn Greenwald, Die globale Überwachung, Seite 38 von 374.

Im weiteren Verlauf führt Greenwald aus, dass Eingriffe in die Privatsphäre und Machtmissbrauch als etwas Abstraktes betrachtet werden. Die Annahme selbst nicht davon betroffen zu sein ist immer noch weit verbreitet. Hinzu kommt die Komplexität des Themas, wodurch es schwer vermittelbar ist und nur sehr spärlich in der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit ankommt.

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