Bücher, die ich 2016 gelesen habe

Anfang der Woche veröffentlichte Johannes eine Liste der Bücher, die er 2016 gelesen hat. Nachdem ich mir seine Liste angeschaut hatte, dachte ich darüber nach welche Bücher ich 2016 gelesen habe.

Immer wieder sage ich, dass lesen für mich wichtig ist. Zum einen regt es mein Denken an, und zum anderen hilft es mir dabei ausgeglichen zu sein. Und so machte ich mich gedanklich auf die Suche nach den Büchern, die ich 2016 gelesen habe.

Diese Liste beinhaltet die Bücher, die ich 2016 komplett gelesen habe. Andere Bücher habe ich angefangen, bisher aber noch nicht zu Ende gebracht. Mal sehen, vielleicht kommen sie dann in eine Liste von 2017. Die Reihenfolge der Bücher stimmt nicht ganz mit der zeitlichen Abfolge überein. Bei einigen habe ich Situationen im Kopf in denen ich sie las, im Wohnzimmer, im Zug, im Krankenhaus und am Strand, so dass mir eine genaue zeitliche Einordnung möglich ist, aber nicht bei allen. Ich beginne am Anfang des Jahres und gruppiere im weiteren Verlauf einige Bücher nach Themengebieten.

Felix Stalder – Kultur der Digitalität

  1. Die globale Überwachung von Glenn Greenwald las ich am Anfang des Jahres. Es war das letzte Buch das ich für einen Kurs las, den ich Ende Januar unterrichtete, und für den ich digitale Kommunikation und den Aspekt der Überwachung besser verstehen wollte.
  2. Papa kann auch stillen von Stephanie Lohaus und Tobias Scholz, wurde mir von Anne Wizorek bei einer Unterhaltung über gelebtes 50/50-Modell empfohlen.
  3. Sokrates: Apologie der Pluralität von Hannah Arendt ist ein Buch zu einer Vorlesung in der Arendt die Pluralität menschlichen Denkens darstellte. Zu diesem Buch habe ich unter dem Titel ›Pluralität und Freundschaft‹ hier schon etwas geschrieben.
  4. The Bricks That Build The Houses von Kate Tempest bestellte ich direkt als Kate auf Twitter darauf hinwies. Mich interessierte wie sie die Geschichte ihres Albums ›Everybody Down‹ in einen Roman umsetzen würde. Tempest schafft es durch den Roman ihren Charakteren mehr Tiefe zu verleihen, und lädt dazu ein, allen Menschen mit Empathie zu begegnen.
  5. The Course of Love von Alain de Botton kaufte ich in London. Vor einiger Zeit hatte ich ›Religion for Atheists‹ gelesen, und es interessierte mich was er über die Liebe schreiben würde. Der Gedanken, dass Liebe mehr ist als ein Gefühl, und eher mit einer Fertigkeit zu vergleichen ist leuchtet mir ein, und die Kombination von Roman und Sachbuch fand ich anregend.
  6. In Real Life von Cory Doctorow und Jen Wang kaufte ich in einem Comicladen in SOHO. Der Boi und ich besuchten den Laden wegen seiner Liebe zu Comics. Als ich dort den Namen Doctorow las, dessen ›Little Brother‹ und ›Homeland‹ mich begeistert hatten, entschied ich mich das Buch ebenfalls zu kaufen, und las es noch während unseres Aufenthalts in London. In dem Buch wird eindrücklich deutlich wie Menschen sich online begegnen, die in komplett unterschiedlichen Situationen leben, und daher nach anderen Kriterien Entscheidungen treffen.
  7. Reality Is Broken: Why Games Make Us Better and How They Can Change the World von Jane McGonigal las ich um die Faszination für Games besser zu verstehen.
  8. Formbewusstsein: Eine kleine Vernetzung der alltäglichen Dinge von Frank Berzbach las ich im Krankenhaus. Mir gefiel der Gedanke, dass Frank ein Plädoyer für bewusstes Leben im Alltag geschrieben hatte. Der eigene Alltag erscheint banal, und dennoch ist er die Zeit in der wir unser Leben verbringen, weswegen er bewusst gestaltet werden sollte. Jeden morgen, wenn ich Obst für unser Frühstück schneide, erinnere ich mich an das Buch.
  9. Open City von Teju Cole hatte ich schon lange auf meinem iPad. Anfangs fiel es mir nicht so leicht in die Geschichte einzutauchen, irgendwann jedoch fand ich mich tief versunken wieder, und bin noch immer fasziniert wie deutliche die Bilder sind, die sich beim lesen in mir formten. Die Geschichte des Buches ist mir so deutlich vor Augen, als hätte ich einen Film darüber gesehen.
  10. Responsible Responsive Design von Scott Jehl war das erste Buch 2016 das ich mit einem Blick auf Accessibility und Performance las.
  11. Designing for Performance: Weighing Aesthetics and Speed von Lara Callender Hogan führte mich noch etwas weiter in bewusste Planung performanter Webseiten ein. Ihre Überlegungen zur Gewichtung von Ästhetik und Performance fand ich sehr hilfreich.
  12. Designing for Touch von Josh Clark las ich für ein besseres Verständnis der Bedienung von Webseiten mit den Fingern.
  13. CSS animations von Val Head ist ein kurzes Buch in dem sie die Grundlagen von Animationen mit CSS erläutert, und diese durch einige interessante Beispiele verdeutlicht.
  14. Git for humans von David Demaree las ich um Git besser zu verstehen. Bis zur Lektüre dieses Buches verwendete ich ausschließlich grafische Oberflächen zur täglichen Interaktion mit Git, ohne bis ins Detail zu verstehen was genau passiert wenn ich den einen oder anderen Button drückte. Demaree vermittelte jedoch so viel grundlegendes Wissen über Git, dass ich seither auch gerne mit der Konsole versioniere und viel besser verstehe was wann geschieht.
  15. Javascript for Webdesigners von Mat Marquis eröffnete mir schließlich ein besseres Verständnis von JavaScript. Ich hatte schon ein paar Bücher über JS gelesen und viele Zeilen Code geschrieben, das grundlegende Verständnis der Sprache hatte sich mir jedoch nie so richtig erschlossen, und so bin ich dankbar durch Marquis mehr verstanden zu haben.
  16. Inclusive Design Patterns von Heydon Pickering war das zweite Buch, das ich mit einem Blick auf Accessibility in diesem Jahr las. Und ich würde dieses Buch jeder und jedem empfehlen, der auf irgendeine Art mit der Entwicklung von Webseiten betraut ist. Pickering schafft es auf lockere Art Accessibility grundlegend zu behandeln und dabei anwendbare Beispiele anzuführen die dazu einladen wichtige Designentscheidungen zu treffen.
  17. Resilient Webdesign von Jeremy Keith ist ein im Netz frei verfügbares Buch, das die grundlegenden Zusammenhänge des Webs erläutert und dazu einlädt das Rad nicht immer neu zu erfinden, sonder an vorhandenem anzuknüpfen und von dort ausgehend zu nachhaltiger Entwicklungen beizutragen.
  18. Kultur der Digitalität von Felix Stalder begegnete mir in einem Artikel über anregende Gedanken, die dabei helfen in unserer Zeit sinnvoll zu leben. Mich inspirieren die ausgewogenen Gedanken, mit denen Stalder sowohl Herausforderung als auch Chancen der aktuellen kulturellen Entwicklung aufzeigt.
  19. Leitwölfe sein: Liebevolle Führung in der Familie von Jesper Juul fasst einige Gedanken deutlich zusammen von denen ich schon in früheren Büchern von Juul gelesen hatte. Wie wichtig das Bewusstwerden der eigenen Grenzen und die liebevolle und klare Kommunikation derselben ist, wurde mir einmal mehr bewusst.
  20. Flipped: The Provocative Truth That Changes Everything We Know About God von Doug Pagitt spricht einige interessante Knackpunkte des Christseins an. «In God we live, move, and exist.« ist eine der Grundaussagen des Buches, die Doug aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und aufzeigt wie dadurch einige Annahmen auf den Kopf gestellt werden.
  21. What We Talk About When We Talk About God von Rob Bell skizziert ein Verständnis von Gott mit uns, für uns und vor uns.
  22. Getting High: A Savage Journey to the Heart of the Dream of Flight ist ein intensives und persönliches Buch von Kester Brewin. In diesem Buch schreibt er über die menschliche Sehnsucht zu fliegen, sei es mit Flugzeugen oder Drogen und in welchem Zusammenhang das mit der Sehnsucht nach Gott steht.
  23. Insurrection: To Believe Is Human To Doubt, Divine von Peter Rollins hatte ich 2012 bereits gelesen, und wieder herausgeholt als mich die Frage nach meinem Gottesverständnis beschäftigte.
  24. Bei der Lektüre von Insurrection fiel mir auf, dass ich The Divine Magician: The Disappearance of Religion and the Discovery of Faith von Peter Rollins noch nicht gelesen hatte, und so änderte ich das im Urlaub. In diesem Buch verwendet Rollins die Analogie des Zaubertricks um anhand des Abendmahls zu verdeutlichen wie sich Christsein in liebender Hinwendung zum Leben und der UmWelt ereignen kann.
  25. Reforming the Doctrine of God von F. LeRon Shults las ich zum ersten Mal für meine Master Arbeit, auf meiner Suche nach einem angemessenen Verständnis von Gott las ich es 2016 nochmals, und gehe seinen drei Schwerpunktsetzungen momentan noch weiter nach.
  26. Let Them Eat Chaos von Kate Tempest ist der Gedichtband zu ihrem aktuellen Album. Der gesamte Text des Albums an einem Stück, dazu gedacht laut gelesen zu werden. Der perfekte Begleiter zu ihrem wundervollen Album.
  27. Brand New Ancients von Kate Tempest ist der „klassische“ Gedichtband über den ich schon zu oft gelesen hatte, daher habe ich ihn gekauft und schon das ein oder andere Mal laut gelesen, und immer wieder an der einen oder anderen Ecke stehen geblieben um den Worte und Gedanken etwas mehr Raum zu geben.

Das waren die 27 Bücher, die ich 2016 komplett gelesen habe, und über die ich mehr hatte bloggen wollen. Ob sich das in 2017 ändert?

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