Auf eine gute Beziehung

Heute wurde mir ein Text aus der aktuellen NIDO in die Timeline gespült. Darin schwärmt ein Vater davon wie gut es für die Beziehung zu seiner Tochter ist, dass sie gemeinsam lästern. Der Vater beschreibt wie wichtig es für eine gute Beziehung zu seiner Tochter ist einen gemeinsamen Feind zu haben. Dass dieser gemeinsame Feind eine – in den Augen von Vater und Tochter – „sehr korpulente Frau“ ist, über die sich die beiden „minutenlang unterhalten“ bezeichnet er zwar als Gesellschaftlich geächtet, aber deshalb unproblematisch da die Person es nicht mitbekommt.

Dass Blicke spürbar sind, und gemeinsames Lästern wahrgenommen wird, scheint er auszublenden. Herablassende Blicke und lästern verletzten. Aber auch aus einem anderen Grund ist es nicht sinnvoll zu lästern, schreibt Heiko Bielinski in seinem Blog. Denn auch dadurch wird das Bild der Kinder auf ihre Mitmenschen und sich selbst geprägt.

Ob das Team der NIDO Hilfe braucht, fragt Patricia Cammarata und macht mit dem Hashtag #wasverbindet einen Vorschlag: vorlesen, kuscheln, miteinander spielen. Wie schön sich die Liste erweitern lässt, zeigen die Tweets unter #wasverbindet, die auf ihren Vorschlag folgen.

NIDO hat mit der Veröffentlichung des Textes und der Entschuldigung, die keine ist, deutlich gemacht dass dieses Magazin in Fragen der Erziehung nichts zu bieten hat.

Menschen, die auf Kosten anderer etwas erreichen wollen, tragen nicht zu einem guten Miteinander bei. Eine Verbindung, die daraus besteht sich von anderen abzugrenzen, sich selbst als besser zu empfinden, ist destruktiv. Die Beteiligten belügen sich selbst und verletzen Andere.

Wer solche Texte als ehrliche Äußerungen abdruckt, nimmt sich dieser Denkweise an, bietet ihr einen Raum, und trägt zu einer Gesellschaft bei, die ihre Abgründe herunterspielt und mit inakzeptablem Verhalten kokettiert. Das entspricht nicht der Vorstellungen einer Gesellschaft in der ich leben möchte, und noch viel weniger meiner Hoffnung des Lebensumfeldes meiner Kinder.

Natürlich wünsche ich mir auch eine gute Beziehung mit meinen Kindern. Ich freue mich wenn wir gemeinsam lachen und eine gute Zeit haben. Die Verbindung, die ich mit meinen Kindern leben möchte soll jedoch nicht ausgrenzen, sondern ansteckend und einladend wirken. Das gelingt nicht immer. Wenn die Lebensfreude allerdings ansteckt, wir gemeinsam lernen einander und andere Menschen zu sehen, von ihnen und ihrem Leben zu lernen, dann entsteht ein Raum in dem ich gerne lebe, und der ein Miteinander ermöglicht.

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