Loyle Carner in Frankfurt

Loyle Carner in Frankfurt, Club Zoom, 18.10.2017

Loyle Carner trat am Mittwoch im Club Zoom in Frankfurt auf. Obwohl ich mir schon früh eine Karte gekauft hatte, entschied ich mich erst kurz davor tatsächlich zu fahren. Den sympathischen Londoner tatsächlich live zu erleben war die richtige Entscheidung.

Der Club wirkte erstaunlich klein, entwickelte jedoch genau die richtige Atmosphäre. Das Publikum stieg direkt bei den ersten Takten seines Openers ›The Isle of Arran‹ mit ein.

Loyle Carner spielte fast alle Stücke seines aktuellen Albums. Rebel Kleff, der die Beats produzierte und zwischendurch selbst zum Mikrofon griff, und Loyle Carner schienen Spaß auf der Bühne zu haben und performten sauber auf den Punkt. Während manche HipHop-Show in Sachen Genauigkeit und Sound hinter dem Album zurück bleibt, begeisterte mich am Mittwoch die Präzision und der gute Sound, und so wurde das Album durch die Darbietung der Beiden um einige Facetten reicher.

Zwischen den einzelnen Stücken erzählte Loyle Carner einige Anekdoten. So zum Beispiel, dass er ›Florence‹ für seine imaginäre Schwester geschrieben hatte. Seine Mutter hatte sich immer eine Tochter gewünscht, mit ihm und seinem Bruder jedoch nur zwei Jungs bekommen …

Loyle Carner – Florence

Er bezeichnete sich selbst als Europäer und entschuldigte sich im Namen aller Londoner mit Köpfchen für den Brexit. Diese Aussage wurde erwartungsgemäß begeistert aufgenommen, und machte darüber hinaus deutlich, wie Loyle Carner es schafft, durch seine menschliche Art ohne große Posen, einen hoffnungsvollen Blick auf die Zukunft zu werfen.

Loyle Carner – Ain’t Nothing Changed

Mit seinem Fokus auf Familie und Freundschaft spricht er von der Grundlage eines guten Miteinanders, und entwickelt auf diese Weise eine hoffnungsvolle Atmosphäre, ohne die Schattenseiten und Herausforderungen des Alltags zu verschweigen.

Auch wenn das Publikum die Energie der gesamten Show folgte, tanzte, auf seine Aussagen reagierte und viele Passagen textsicher begleitete, wirkte ›NO CD‹ dennoch wie ein Höhepunkt des Abend, und so schließe ich mit dem Video dazu.

Loyle Carner – NO CD

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