Black Panther

Am vergangenen Samstag waren der Boi und ich das erste Mal zur Abendvorstellung im Kino. Nachdem mir bewusst geworden war, dass er mittlerweile so alt ist mit mir gemeinsam Black Panther im Kino zu sehen, bat ich ihn mich in den Film zu begleiten. Wir genossen ihn von der ersten Minute an und verließen das Kino total begeistert.

Als Person, deren Leben stärker von Musik als von Graphic Novels geprägt ist, erfuhr ich von Black Panther über das grandiose Album von Kendrick Lamar, das begleitend zum Film erschienen war. Obwohl ich es schon etliche Male gehört hatte, gewann es nach dem Kinoerlebnis nochmals an Tiefe.

Black Panther, Official Trailer

Für mich erschien das Aufgreifen unterschiedliche Ansätze der Ermächtigung von Unterdrückten als wichtigstes Thema des Films. T’Challa, der Thronfolger von Wakanda, setzt sich auf die Empfehlung von Nakia für eine lebenswerte Welt und eine gerechtere Zukunft durch Empowerment ein. Erik, sein Cousin der als Waise in den USA aufgewachsen war und dadurch Teil einer benachteiligten Minderheit war, verfolgte einen anderen Ansatz, und war bereit mit Waffengewalt einen Umsturz herbeizuführen, und dadurch die Unterdrückung zu überwinden.

Erst im Laufe des Films beginnt T’Challa durch die Gespräche mit Nakia zu verstehen, dass seine Verantwortung als König von Wakanda nicht darin besteht sich nur um sein eigenes Volk zu kümmern und den eigenen Reichtum zu bewahren und zu schützen, sondern, dass es wichtig ist Wissen, Weisheit, Erfindungen und Rohstoffe mit der Weltgemeinschaft zu teilen, und somit zu einer gerechteren Welt beizutragen. Nakia hilft dem König dadurch, eine verantwortliche Vision zu entwickeln.

Der erste Auftritt von Shuri, der jüngeren Schwester von T’Challa, die sich selbstbewusst und frech über die Verhaltensregeln gegenüber dem König hinwegsetzte, führte dazu, dass wir sie fortan mehr als sympathisch fanden. In den darauf folgenden Szenen wurde dann deutlich, dass sie die entscheidende Erfinderin und Forscherin von Wakanda ist. Für mich ist sie im Film die Leitfigur des dargestellten Afrofuturismus. Erst durch ihre Erfindungen und ihre unkonventionellen Unterstützung ist der König in der Lage seine Aufgaben zu erledigen.

Okoye ist die Schlüsselfigur hinsichtlich des Weges von T’Challa in die Rolle des Thronfolgers. Sie erklärt ihm seine Aufgaben und rettet ihn bereits auf seiner ersten Mission. Als eine Dora Milaje, wie die Leibwache des Königs genannt wird, schützt sie von Anfang an das Leben des Königs. Für sie ist die ›Treue zum Thron‹ sehr wichtig, was sie nach der Machtergreifung von Erik ›Killmonger‹ Stevens zunächst dazu bringt ihm zu dienen. Im entscheidenden Kampf um die Thronfolge, führt sie die Dora Milaje jedoch wieder in den Dienst von T’Challa, und ist dabei bereit sich gegen ihren Partner W’Kabi zu stellen, und bringt ihn dazu aufzugeben.

Der Film ist, wie Isabelle Masado auf Twitter bemerkt, bemerkenswert frei von #malegaze. Der Film ist geprägt von starken Charakteren, bei denen es keine Hierarchie der Geschlechter gibt. Das Team der Ermächtigung handelt auf sehr gute Weise zusammen. Hier wird ein Film vorgelegt, der ohne die üblichen Rollenklischees auskommt und komplett auf sexualisierte Darstellung verzichtet. Ähnlich positiv nahm ich die Kampfszenen wahr. Mir scheint es, als dienen die Kampf- und Actionszenen dem Plot zu folgen, und kommen daher ohne überzogene Gewaltfantasien aus.

Für die Bedeutung des Films für ›Black America‹ finde ich den Artikel »Why ‘Black Panther’ Is a Defining Moment for Black America« von Carvell Wallace im Magazin der New York Times eindrücklich.

So macht Kino Spaß! Danke dafür.

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  • schmones

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