Learning to Skateboard in a Warzone (If You’re a Girl)

Freue mich in der heutigen taz ein Interview mit Zamarin Wahdat zu lesen. Zamarin Wahdat hat für ihren Kurzfilm ›Learning to Skateboard in a Warzone (If You’re a Girl)‹ einen Oskar bekommen. In dem Film dokumentiert sie eine Klasse von Mädchen, die eine Schule von Skateistan in Afghanistan besucht. Skateistan ist eine Organisation, die ich seit Jahren beobachte und unterstütze, da ich ihren Ansatz Menschen – und dabei vor Allem Mädchen – aus benachteiligten Verhältnissen durch Skateboarding und Schule zu unterstützen sehr gut finde. Zamarin Wahdat bringt das im Interview auch sehr treffend zum Ausdruck:

Was ist Skateistan genau?

Skateistan ist eine NGO, die 2009 gegründet wurde. Von dem Australier Oliver Percovich, der sieben Jahre in Kabul gelebt hat und etwas für die Kinder tun wollte. Er war professioneller Skater und dachte: Ich gründe eine Skateschule. Unter den Taliban und auch danach war Sport für Mädchen verpönt. Skaten kannte aber niemand und es galt daher nicht als Sport. So konnten nicht nur Jungs, sondern später auch Mädchen auf die Schule gehen. Die Kinder lernen dort auch Lesen, Schreiben, Rechnen. Mittlerweile gibt es mehrere Schulen weltweit. Kurz vor der Pandemie sollte eigentlich die dritte in Afghanistan öffnen. Jetzt sind sie allerdings erst mal alle dicht.

Gerade für die Mädchen ist es ein besonderer Ort.

Ja, sie fühlen sich dort frei. Das ist der einzige Ort, wo sie mal nicht Tee kochen, im Haushalt helfen müssen. Sie können dort sie selbst sein. Es war so beeindruckend, was das Skaten und der Unterricht mit ihnen machen. Sie werden so selbstbewusst, wollen Ärztinnen, Lehrerinnen, Pilotinnen werden. Sie haben dort Vorbilder. Und wenn ein Mädchen sagt: ‚Ich will Skatelehrerin werden wie Hanifa.’ Und wenn du siehst, wie ihre Augen dabei leuchten, das berührt sehr.

Ist Skateistan in Kabul auch ein feministisches Projekt?

Unbedingt. Aber was fast noch wichtiger ist, ist die Schulung der Jungen. Als Junge kannst du in Afghanistan machen, was du willst, bist super dominant. Ich hatte eigentlich immer alles bedeckt, als ich in Kabul war. Aber einmal hat ein 14-jähriger Junge zu mir gesagt: „Schwester, man kann deinen Nacken sehen. Das ist nicht gut.“ Und das hat er mit so einer Autorität gesagt, als ob er mein Vater oder Lehrer wäre. Aber auch da passiert Gott sei Dank viel an der Schule.

Das Interview lohnt sich auch aus vielen anderen Aspekten zu lesen – so zum Beispiel ihre Äusserungen dazu wie ihr in Deutschland oft begegnet wird. Abschließend nun noch der Trailer des Films:

Learning To Skateboard In A Warzone (If You’re a Girl) Trailer zu ›Learning To Skateboard In A Warzone (If You’re a Girl)‹ auf Vimeo.

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