Likes Die eigene Geschichte erzählen

Mischa Täubner führte für brand eins ein Gespräch mit Johannes Kleske über Zukünfte und wie lebenslanges Lernen aussehen könnte.

Gestern las ich es in der gedruckten Ausgabe auf meinem Balkon, ab jetzt ist es auch Online verfügbar.

In der folgenden Aussage bringt Johannes, meiner Ansicht nach, einen wichtigen Aspekt auf den Punkt:

»Den meisten Menschen mangelt es auch gar nicht an Impulsen. Twitter, Podcasts, Newsletter – Informationen und Gedanken von außen gibt es heute mehr als genug. Was den meisten fehlt, ist die Zeit und Muße, um Dinge mal selbst zu durchdenken. Bloggen kann dabei helfen, ein berufsbegleitendes Studium ebenso.«

Likes (Against) Virus as Metaphor

It may be that our fondness for virus as metaphor has made it difficult for us to see viruses as potentially dangerous, even lethal, biological phenomena. In turn, our disinclination to see viruses as literal may have kept us from insisting on and observing the standards and practices that would prevent their spread. Enthralled with virus as metaphor and the terms associated with it—spread, growth, reach, connectedness—we ceased to be vigilant. Jetting around the world, we stopped washing our hands.

(Against) Virus as Metaphor – newyorker.com

Likes Wer ist das Volk?

Timm Kühn geht der Frage nach, weshalb die AfD sich an Fridays For Future abarbeitet, und alle bekämpft die sich ihr gegenüber kritisch äußern oder verhalten. Ein wichtiger Satz aus seinem Artikel lautet:

»Rechtspopulisten sehen einen tiefen Antagonismus, der die Bevölkerung in ein moralisch reines, homogenes Volk und in eine parasitäre und korrupte Elite spaltet. Außerdem bestehe eine unheilige Allianz zwischen Eliten und gesellschaftlichen Minderheiten. Das wahre Volk befinde sich im Zangengriff zwischen Elite und Minderheiten, drangsaliert und ausgebeutet von allen Seiten.«

Timm Kühn, Wer ist das Volk? (taz vom 03.03.2020, Seite 12)

Aus dieser Annahme folgt, dass es »keine legitimen politischen Kontrahenten geben kann, weil jeder Ausdruck von Pluralismus als Teil der elitären Verschwörung angesehen wird.« Rechtspopulismus und mit ihm die AfD versteht er als Symptom der Ablehnung einer globalisierten pluralen Welt. Kühn schließt mit dem Hinweis auf die Wichtigkeit diese Dynamik zu verstehen und den gedanklichen Teufelskreis aufzulösen.

Likes Rassismus: Bedingungsloses Zuhören

Christian Bangel schreibt für ZEIT-Online es sei an der Zeit Personen ernstzunehmen, die Rassismus erfahren, ihnen bedingungslos zuzuhören, und dafür Sorge zu tragen, dass sie sich wieder – oder zum ersten Mal überhaupt – sicher fühlen können.

»Wir, die weißen Deutschen ohne Migrationsgeschichte, haben, egal von wo wir kommen, immer das Privileg eines unangreifbaren Dazugehörens. Selbst der rassistischste AfD-Wähler wird nie die Drohung erfahren, aus diesem Land ausgeschlossen zu werden. Immer werden Politiker der sogenannten Mitte sagen, man muss auch seine Sorgen anhören. Diese Sicherheit des Dazugehörens fehlt Deutschen nichtweißer Hautfarbe. Und wenn wir uns mit unseren Werten ernstnehmen, wenn wir also wollen, dass die Schönheit des ersten Satzes unserer Verfassung zugleich auch eine Wahrheit ist, dann schulden wir es ihnen, diese Sicherheit zu schaffen. Jetzt. Bedingungslos. Für immer.«

Christian Bangel, Rassismus: Bedingungsloses Zuhören

Likes Verfassungsschutz: Wir brauchen einen Masterplan gegen Rechtsextremismus

Auf ZEIT-Online fordern Farhad Dilmaghani, Matthias Quent und Stephan J. Kramer: Wir brauchen einen Masterplan gegen Rechtsextremismus.

»Gebetsmühlenartig wird nach jedem Anschlag wiederholt, dass nun eine Zäsur erfolgt. Wir plädieren stattdessen dafür, dass es einen gemeinsamen ressortübergreifenden föderalen Masterplan gegen Rechtsextremismus geben sollte unter Einbeziehung von Zivilgesellschaft und Wissenschaft, der kontinuierlich überprüft und verbessert wird. Entscheidend ist dabei auch der Blick darauf, in welchem rassistischen Gesellschaftsklima der Rechtsextremismus gedeiht. Das Wissen darum steht leider vielerorts am Anfang. Lasst uns gemeinsam aufklären und gegenhalten. Niemand wird geboren, um andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Religion, Kultur oder persönlichen Lebensplanung zu hassen. Menschen lernen zu hassen – und wenn sie Hass lernen können, dann kann man ihnen auch Nächstenliebe und Respekt für den oder die andere beibringen.«

Likes Kopenhagen radelt

Will man eine aktive Fortbewegung in der Stadt fördern, die zudem weniger Platz kostet als Autofahren – auch angesichts der steigenden Zahl von SUVs, die für viele Straßen viel zu groß sind –, muss man das genaue Gegenteil von dem anstreben, was sich seit den 1950er Jahren überall durchgesetzt hat: Man muss die Fortbewegung im Auto erschweren und die für Fußgänger und Radfahrer erleichtern.

„Man muss sich auf das Design konzentrieren“, sagt Colville-Andersen. Die Schönheit des Kopenhagener Netzes beruhe auf einem einfachen, einheitlichen und geschlossenen Infrastrukturkonzept. „Es gibt vier verschiedene Arten von Radwegen, die sich jeweils an der Geschwindigkeitsbegrenzung für die Autos orientieren. Dieses Modell ließe sich auf alle Straßen des Landes und jede Stadt der Welt anwenden.“

Kopenhagen radelt von Philippe Descamps

Likes «Faschisten sind nur dort an die Macht gekommen, wo Konservative ihnen die Plattform geboten haben»

«Die Faschisten sind dort, wo sie an die Macht gekommen sind, immer nur an die Macht gekommen, wenn die Konservativen ihnen dazu die Plattform geboten haben. Das war in Italien so. Das war in Deutschland so. Daraus resultiert eine besondere Verantwortung auch für Konservative, die Abgrenzung gegenüber faschistischen Bewegungen und Parteien klar vorzunehmen. Einen deutlichen und deutlich sichtbaren tiefen Graben zu ziehen, damit jeder weiss, wo die Grenzen für Konservative nach rechts aussen sind. Wenn man in Kauf nimmt, dass man eine Mehrheit für die eigene Politik nur mit Stimmen der AfD bekommen kann, und dann diesen Weg trotzdem geht, dann verwischt man diese Abgrenzung. Solche Manöver verwischen die Linie, die uns zu trennen hat, und leiten über zu einem wachsenden Einfluss rechtsextremer und faschistischer Kräfte, die aus solchen Hilfsdiensten Einfluss und Ansprüche ableiten.»

«Faschisten sind nur dort an die Macht gekommen, wo Konservative ihnen die Plattform geboten haben»

Likes Der Teufel an der Türe

»Vergangenheit ist nicht nur Hitlerdeutschland. Vergangenheit ist auch die Ära Kohl und Männer-CDU. Die AfD treibt die CDU in die Selbstzersetzung. Friedrich Merz und die Werteunion zersetzen mit. Unterdessen fürchten Minderheiten um ihre Sicherheit. Es ist nicht akzeptabel, Deutschland so weit unter seinem Niveau debattieren zu lassen, nur, weil man in Parlamenten plötzlich Antidemokraten sitzen hat, die in Talkshows allen Ernstes von Bolschewismus schwadronieren und Grundrechte als Machtpoker verstehen.«

Jagoda Marinić, Der Teufel an der Türe (taz.de)

Likes Modernisierungsstrategie

Statt „Ausländer raus“ sagt man jetzt: „Islamisierung stoppen“. Die Rechte hat damit die Anschlussfähigkeit an die Mitte der Gesellschaft gesucht und zum Teil auch gefunden. Wir wissen aus Studien, dass breite Teile der Bevölkerung dem Islam und Muslimen gegenüber ablehnende Einstellungen haben. Paradoxerweise äußern diese sich oft im Zusammenhang mit sozialer Mobilität nach oben.

„Eine besorgniserregende Zahl“ – Interview mit Migrationsforscherin Yasemin Shooman über Rassismus (Dinah Riese, taz.de)