Lesezeichen Security is a Process

«So we say “security is a process and not a product” – meaning that we’re going to be discovering bugs in the software you’re depending on forever, and we need a way to fix those bugs when we find them. That’s why every computer you use bugs you all the time to update it with a patch from the people who made it.»

Cory Doctorow, Attack Surface.

Lesezeichen Corona-Leugner: Wasser marsch!

Was gestern in Berlin geschah, hat den Staat nicht an den Rand des Umsturzes gebracht. Aber es motiviert und konsolidiert eine Bewegung, die von dem Gedanken beseelt ist, das eigentliche Volk, eine schweigende Mehrheit zu repräsentieren und kurz davor zu stehen, den Staat ins Wanken zu bringen.

Was man dagegen tun kann? Alle Vorschläge, die jetzt zum Umgang mit diesen Leuten auf den Tisch kommen, sollten sich an einer Frage ausrichten: Wie demotiviert man diese Leute? Wie macht man sie müde, wie überzeugt man sie von der Aussichtslosigkeit ihres Tuns? Wie bringt man sie zurück auf den Kleinstadtparkplatz? Wie raubt man ihnen die Vorstellung, gerade Geschichte zu schreiben?

Entschiedene und nachhaltige Repression ist nicht die einzige Antwort, aber eine sehr wichtige.

Christian Bangel, Corona-Leugner: Wasser marsch!

Lesezeichen Wir neigen dazu uns zu isolieren

Wie sollte „Männlichkeit“ in einer besseren Zukunft aussehen?

Die binäre Geschlechterordnung aufzulösen, wäre der Anfang – sich also von der Vorstellung zu lösen, dass gewisse Eigenschaften und Merkmale für Männer und andere für Frauen zu gelten hätten. Es wäre schön, wenn die Menschen anerkennen könnten, dass sie sowohl „männliche“ als auch „weibliche“ Attribute in sich tragen und diese wertschätzen. Ich würde mir außerdem wüschen, in einer Welt zu leben, in der „Mannsein“ nicht von der Vorstellung abhängt, andere unterdrücken zu müssen.

Interview von Sophia Zessnik mit JJ Bola

Lesezeichen Das Ungleichheitsvirus heißt Neoliberalismus

Auf die Frage »Ist Corona ein Ungleichheitsvirus?« von Pascal Beucker antwortet Christoph Butterwegge im taz-Interview:

»Nein, das eigentliche Ungleichheitsvirus ist der Neoliberalismus. Corona wirkt da nur als Katalysator. In der Pandemie hat sich die Ungleichheit aufgrund der kapitalistischen Eigentumsverhältnisse und einer Politik verschärft, die den „Wirtschaftsstandort“ vergöttert, Interessen der Finanzinvestoren bedient und daher sozial polarisierend statt egalisierend wirkt. Das Kardinalproblem unserer Gesellschaft ist die bestehende Verteilungsschieflage.«

Das Ungleichheitsvirus heißt Neoliberalismus, taz vom 23.10.2020

Lesezeichen Hurra, es wird ein Kind

»Inzwischen hoffe ich, dass er mich irgendwann an die Hand nimmt und wir zusammen herausfinden, was wir aus den Erwartungen und Projektionen auf unser Geschlecht machen.«

Hannes Leitlein, Hurra es wird ein Kind

So ein guter Text von Hannes, in dem er die Ungleichbehandlung der Geschlechter anhand des Umgangs mit werdenden Eltern thematisiert.

Lesezeichen Dieses Land lügt sich selber an

»Der Mythos von der amerikanischen Größe dient dazu, unseren Blick abzulenken. Amerika versteckt sich hinter der Illusion seiner Unschuld, seiner sogenannten Größe. In Wirklichkeit sind seine Hände blutig. Dieses Land lügt sich selber an, um seine Sünde zu verstecken.«

»Dieses Land lügt sich selber an« – Ein Gespräch mit Eddie S. Glaude Jr., von Dorothea Hahn, in der taz am Wochenende, 10./11.10.20

Lesezeichen Das Problem heißt Lager

»Das Paradox, dass ausgerechnet Athen jetzt auf die Umverteilungsbremse drückt, zeigt: Das Problem heißt nicht Moria, es heißt Lager. Solange Menschen systematisch entrechtet werden, um andere abzuschrecken, ist mit punktuellen Aktionen keine Gerechtigkeit herstellbar.«

Christian Jakob, Das Problem heißt Lager

Lesezeichen Rechtsextremismus: Wenn es doch nur Chaoten wären

»Wenn es eine Lehre gibt, die man bisher aus dieser Zeit ziehen kann, dann vielleicht die: Man darf rechte Erzählungen nicht stark machen. Nein, die Linken bedrohen nicht die Grundrechte. Nein, es gibt keine verborgene Diktatur. Im Gegenteil, von so etwas träumen die Verschwörer und Rechtsextremen, die mit Hilfe weitverbreiteter Naivität ihnen gegenüber nicht nur Einfluss gewinnen, sondern auch mittlerweile viel Geld.«

Christian Bangel, Rechtsextremismus: Wenn es doch nur Chaoten wären.