Lesezeichen Drohungen sind ein Teil des Alltags

»Aber wir wissen ja, dass die Polizei generell ein Problem mit Rechtsextremismus und Rassismus hat.
[…]
Aus eigener migrantisierten Perspektive habe ich das Gefühl schon seit einiger Zeit. Spätestens seit dem NSU bin ich aufgeschreckt und mir wird bewusst, wie die Polizei arbeitet. Nämlich gegen die migrantische Geschichte: Bevor die Polizei überhaupt guckt, ob man Opfer einer Straftat geworden ist, wird man als migrantischer Mensch schon kriminalisiert. Wir werden in Tätersippenhaft genommen, das ist nicht Neues.«

Ein Teil des Alltags – Interview mit İdil Baydar

Lesezeichen Kein Ausruhen gegen Rechts

»Es bleibt dabei: Der Verfassungsschutz und die Regierung allein werden den Rechtsextremismus nicht in den Griff bekommen. Es braucht den Druck der gesamten Gesellschaft dazu, auf allen Ebenen. Dass dabei etwa der Anschlag von Hanau mit zehn Toten öffentlich wie vergessen wirkt, ist beunruhigend. Es darf kein Vergessen solcher Taten geben, kein Ausruhen.«

Konrad Litschko, Kein Ausruhen gegen Rechts

Lesezeichen Grüne wollen sich vervielfältigen

Es gehe darum, so das Statut, „dass niemand in Bezug auf das Geschlecht, eine rassistische, antisemitische oder antiziganistische Zuschreibung, die Religion und Weltanschauung, eine Behinderung oder Erkrankung, das Lebensalter, die Sprache, die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität, den sozialen Status, die Herkunft oder jede andere Zuschreibung diskriminiert wird“. Dazu müsse man „Barrieren, Hürden oder Vorurteile“ in den eigenen Parteistrukturen „finden und einreißen“. Ziel sei es, die „vielfältigen Perspektiven der gesamten Gesellschaft in unserer Partei abzubilden“, diskriminierte Gruppen sollten auf allen Ebenen „mindestens gemäß ihrem gesellschaftlichen Anteil“ repräsentiert sein.

Dinah Riese, Grüne wollen sich vervielfältigen

Lesezeichen Margarete Stokowski über Rassismus und die kontroverse „taz“-Kolumne von Hengameh Yaghoobifarah

Die Kolumne von Margarete Stokowski zu Rassismus in der Polizei und der kontrovers diskutierten Kolumne von Hengameh Yaghoobifarah ist schon ein paar Tage alt, aber, auch wenn die Lage jetzt in Teilen anders ist, sehr lesenswert. Ich zitiere hier den letzten Abschnitt empfehle jedoch die gesamte Kolumne zu lesen:

Der einzige Grund, keine Witze über die Polizei zu machen, wäre die Einsicht, dass die Situation nach bisheriger Lage der Erkenntnisse zum Thema Rassismus bei der Polizei einfach zu ernst ist. Und selbst wenn Yaghoobifarah eindeutig geschrieben hätte, dass ihrer Meinung nach Polizei Müll ist: Gut, dann hätte jemand einen schlechten Text geschrieben. Wäre das krasser als die Tatsache, dass die Polizei in diesem Land ihren Job nicht gut macht? Nein.

Margarete Stokowski über Rassismus und die kontroverse „taz“-Kolumne von Hengameh Yaghoobifarah

Lesezeichen Rassismus und Polizeigewalt – Was tun damit alle atmen können?

»Die Kämpfe um Schwarzes Leben gehen uns alle an – wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise. Es muss darum gehen, polizeiliches Fehlverhalten endlich konsequent zu ahnden. Wir müssen Ressourcen aus dem Polizeiapparat abziehen und in Institutionen der ökonomischen, sozialen und politischen Teilhabe reinvestieren.
Und weiße Menschen müssen verlernen, sich mit der polizeilichen Perspektive zu identifizieren – sie müssen sich aus der gewohnten Übernahme des polizeilichen Blicks herausarbeiten. Das wäre nur eine Voraussetzung für eine Welt, in der alle atmen können.«

Vanessa E. Thompson und Daniel Loick, Rassismus und Polizeigewalt – Was tun damit alle atmen können?

Lesezeichen The Trayvon Generation

«I call the young people who grew up in the past twenty-five years the Trayvon Generation. They always knew these stories. These stories formed their world view. These stories helped instruct young African-Americans about their embodiment and their vulnerability. The stories were primers in fear and futility. The stories were the ground soil of their rage. These stories instructed them that anti-black hatred and violence were never far.»

Elisabeth Alexander, The Trayvon Generation

Lesezeichen The Long Goodbye

»Gegen Innovation hat Exnovation keine Chance, mit neuen Ideen machst du dir Freunde, ausmisten möchte niemand. Auch lässt sich das nicht verkaufen, das wählt niemand. Das versteht man auch in der Politik (mittlerweile). Deshalb gibt es in Kantinen vegetarische Angebote und keine fleischfreien Tage, deshalb fördert man Frauen, aber hört nicht auf, Abtreibungen zu kriminalisieren, deshalb bekennt man sich zu Friedensbemühungen, aber liefert weiterhin Waffen in die Regionen. So sind Suffizienz-Konzepte zum Scheitern verurteilt; um weniger zu machen, müsste man mit irgendwas in großem Maße aufhören.«

Luisa Neubauer, The Long Goodbye

Lesezeichen Rassismen

»Wer Erfahrung mit Rassismus hat, brauchte nicht den Mord an einem deutschen Politiker, um zu verstehen: Die Feinde der Minderheiten sind die Feinde der Demokratie.«

Jagoda Marinić, Rassismen