Likes Zugverkehr: Durchgehende Tickets fehlen

Die teuren Schnellzüge, die bei der Reisezeit mit dem Flugzeug konkurrieren sollen, sind national wie international meistens kaum länger als vier Stunden unterwegs. Wer mit der Bahn echte Langstrecken fährt, muss oft die Züge wechseln – und die Anschlüsse sind häufig schlecht. Außerdem verkauft jede Bahngesellschaft ihre eigenen Fahrkarten. Durchgehende Tickets gibt es kaum. Lange Bahnfahrten in Europa kosteten so schnell mehr als 500 Euro, sagt Kris de Decker.

Caspar Schwietering, Zugverkehr: Durchgehende Tickets fehlen

Likes Vom Weißsein sprechen

»Obwohl Weißsein eine kollektive Kategorie mit diffusen Konturen ist, fühlen sich nach meinen Erfahrungen Menschen, die auf ihr Weißsein angesprochen werden, meistens als Individuen herausgefordert. Und sie empfinden in diesem Moment eine für sie selbst schwer durchschaubare Melange aus Schuld, Furcht und Überlegenheit. Diese Gefühle zu ergründen, ist ein absolut notwendiger emanzipatorischer Prozess. Geistige Dekolonisierung ist eine langwierige emotionale Angelegenheit.

[…]

Für die Bekämpfung eines neuen weißen Faschismus müssen sich vor allem all jene verantwortlich fühlen, die ebenfalls mit einer historisch privilegierten Hautfarbe aufgewachsen sind. Vereinfacht gesagt: Wir dürfen das Weißsein nicht den White Supremacists überlassen. Und wir müssen vom Weißsein sprechen, damit es irgendwann nicht mehr nötig sein wird.«

Charlotte Wiedemann, Vom Weißsein sprechen (Le Monde Diplomatique)

Likes Wir sind alle Umweltsäue

Diese „Umweltsau“-Debatte steht pars pro toto für die Verhüllung des Kernproblems (Klimakrise), die strategische Instrumentalisierung und Beförderung dysfunktionaler Gesellschaftsgespräche durch Gegner von Klimapolitik und die deshalb drängende Lösung der gesellschaftlichen Kommunikationskrise.

Peter Unfried, Wir sind alle Umweltsäue

Likes „Habe ich Angst? Ja, aber nicht um mich“

»Wir befinden uns mitten in einer massiven Normverschiebung innerhalb unserer Demokratie, die nicht mehr dieselbe sein wird, wenn wir es geschehen lassen, dass Antisemitismus, Rassismus und Frauenhass immer weiter Raum gewinnen, wenn die digitale Meute angeführt von ihren intellektuellen Leithammeln Menschen zu Freiwild erklären kann, Treibjagden erst auf Twitter und Facebook und dann auf unseren Straßen angezettelt werden und den virtuellen Shitstorms reale Zerstörung von Lebenswirklichkeiten und Biographien folgt. Erst die Sprache, dann die Tat. Erst das Internet, dann die Straße. Erst der fiktive, dann der tatsächliche Mord. Das ist nicht Theorie. Das ist Realität in Deutschland am Ende der 2010er Jahre.

Jetzt gehen wir in die 2020er Jahre. Mit Feuerwerk und guten Vorsätzen. Der Blick 100 Jahre zurück sollte auch dazu gehören und ist mehr als eine Mahnung. Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne, schrieb der Sozialdemokrat Friedrich Kellner während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in sein Tagebuch. Heute erneut zuschauen, wie Menschen in unserem Land systematisch ausgegrenzt, angegriffen, innerlich und äußerlich verletzt werden? Das geht nicht. Empörung darf sich nicht in Ritualen erschöpfen und auf Betroffenheitsrhetorik im Salongespräch und in Medienstatements beschränken.

Wenn wir immer von der wehrhaften Demokratie reden, müssen wir – Bürger und demokratischer Staat – es endlich tun.«

Igor Levit, „Habe ich Angst? Ja, aber nicht um mich“

Likes Und was ist mit unserer Würde?

»Denn irgendwann habe ich verstanden, dass jedes Mal, wenn dieses Wort irgendwo steht, es wiederum anderen als Legitimation dient, es weiter zu benutzen. Es ist nur ein Wort, ja, aber dieses Wort wird dazu benutzt, Schwarze Menschen herabzuwürdigen. Es wird von Weißen gesagt, um sich überlegen zu fühlen. Das alles mag die „Würde oder Ordnung des Hauses“ in Mecklenburg-Vorpommern nicht verletzen, aber es verletzt Menschen in diesem Land. So zu tun, als wäre das keine Absicht, ist nicht mehr nur ignorant – es ist perfide.«

Saskia Hödl, Und was ist mit unserer Würde?.

Likes More than a feeling

»Mir ist klar, dass es oft zielführender und einfacher ist, Menschen darüber aufzuklären, wie verletzend ihr Verhalten ist, als ihnen Nachhilfe in Kolonialgeschichte zu geben. Emotionen überzeugen oft mehr als logische, faktische Argumente. Es ist ja auch nicht falsch: Denn ja, ich bin verletzt, ich bin wütend und ich bin traurig – und das ist wichtig und relevant. Jedoch ist Empathie nur ein Schritt in die richtige Richtung. Der größere, noch wichtigere Schritt ist Bildung und Aufklärung. Denn Rassismus ist eben kein Gefühl, er ist nicht subjektiv, er ist ein Fakt.«

Alice Hasters, Rassismus: More than a feeling – Keine Sache von Höflichkeit.

Likes Mütter, schreibt!

»Mutter als politische Kategorie, das erscheint mir logisch. Denn an Müttern sehen wir die Auswirkungen von Familien-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik und zwar von allen zusammen. Wenn wir Mütter als politische Kategorie sehen, wird klar, wie wichtig ihre Stimmen sind. In der Politik, in der Literatur, in der Musik, in den Medien, von mir aus auch auf Instagram. Deshalb: Mütter, schreibt! Sprecht, macht Kunst, Fotos, Videos, Lyrik, Rap, postet Instagram-Storys, seid verschieden, seid solidarisch und sichtbar.«

Mareice Kaiser, Mütter, schreibt!

Likes “Link In Bio” is a slow knife

But killing off links is a strategy. It may be presented as a cost-saving measure, or as a way of reducing the sharing of untrusted links. But it is a strategy, designed to keep people from the open web, the place where they can control how, and whether, someone makes money off of an audience. The web is where we can make sites that don’t abuse data in the ways that Facebook properties do.

Anil Dash, “Link In Bio” is a slow knife