Snowboarding

Depone Snowboarding

Heute berührten unsere angestaubten Snowboards endlich mal wieder Schnee. Während die Kinder in der Schule lernten oder im Kindergarten spielten, machten wir einen kurzen Ausflug zum Mehliskopf, der mit etwas weniger als einer Stunde Entfernung als Hausberg von Karlsruhe angesehen werden kann. Bei den ersten Schwüngen spürten wir die jahrelange Pause deutlich, ein paar Abfahrten später, genossen wir die Pisten bei Sonnenschein und blauem Himmel. Auf der Liftkarte befinden sich noch ein paar ungenutzte Punkte und erinnern uns daran, bis zum nächsten Ausflug nicht zu lange zu warten.

Julia Snowboarding

Gendersternchen

Sprache schafft Wirklichkeit, heißt es. Da ich vom generischen Maskulinum wegkommen möchte, also nicht mit der männlichen Form eines Wortes alle „mitzumeinen“, verwendete ich in letzer Zeit das Gendergap. Immer wieder dachte ich darüber nach ob der Unterstrich eine gute Option ist. Im Missy Magazin las ich gestern von zwei kritischen Anmerkungen zum Gendergap, die Unsichtbarmachung des Gemeinten und die Rahmung mit der weiblichen und männlichen Wort­endung.

Genau hier hat das Gendersternchen also seinen Glanzmoment: Es füllt den Raum aus – und zwar mit unendlichen Möglichkeiten, etwa für uns Journalist*innen. Das ergibt sich aus dessen Bezug zur Informatik, wo das Sternchen als Platzhalter für jedes und beliebig viele Zeichen benutzt wird. So schafft das Gendersternchen eine Ansprache, in der cis und trans Männer und Frauen gleichermaßen gemeint sein können wie Personen, die sich jenseits der Geschlechterbinarität identifizieren.

Naira Estevez: Hä, was heißt denn Gendersternchen?

Die eben zitierte Ausführung von Naira Estevez leuchtet mir ein. Gerade der Bezug zum Sternchen als Platzhalter in der Informatik erscheint mir als wichtige Referenz. Mal sehen wie sich meine Texte lesen, wenn ich ab jetzt Gendersternchen statt Gendergap verwende.

Apropos Sprache und Gendersternchen: Der Anglizismus des Jahres 2018 ist das Wort Gendersternchen.

Während es in der geschrieben Sprache leichter ist explizit gendergerecht zu formulieren, spreche ich bisher noch meist im generischen Maskulinum. Hierzu wurde ich kürzlich auf den Artikel »Gendergap und Gendersternchen in der gesprochenen Sprache« von Anatol Stefanowitsch aufmerksam.

Das Sternchen und die Lücke wer­den in der Aussprache durch einen stimm­losen glot­tal­en Ver­schlus­slaut wiedergegeben – ein Laut, den wir pro­duzieren, indem wir die Stimm­lip­pen („Stimm­bän­der”) kurz voll­ständig schließen.

Anatol Stefanowitsch: Gendergap und Gendersternchen in der gesprochenen Sprache

Dieser Verschlusslaut steht im Deutschen am Anfang jedes Wortes, das scheinbar mit einem Vokal beginnt. Anatol Stefanowitsch führt als Beispiel »Eklat« an. Der Verschlusslaut wird dann hörbar, wenn ein unbestimmter Artikel vorausgeht. »Ein Eklat«, zwischen »ein« und »Eklat« entsteht eine kurze Pause. Dasselbe findet sich an der Silbengrenze innerhalb eines Wortes, beispielsweise im Wort »Verein«, bei dem eine kurze Pause zwischen »Ver« und »ein« hörbar ist. Bisher gab es im Zusammenhang mit Suffixen noch keine Absetzung durch den Verschlusslaut, was sich jedoch durch gendergerechte Sprache ändern könnte. Anatol Stefanowitsch betrachtet in eben zitiertem Artikel diese Thematik gründlich, falls Du mehr darüber erfahren möchtest, findest Du es bei ihm.

Untenrum und obenrum frei

Wir können nicht untenrum frei sein, wenn wir es obenrum nicht sind, und umgekehrt. Das «Untenrum» ist der Sex und das «Obenrum» unser Verständnis von uns selbst und den anderen – und beides gehört zusammen: Untenrum frei zu sein bedeutet Freiheit im sexuellen Sinne. Es bedeutet zu wissen, was uns gefällt und was wir uns wünschen, und es bedeutet, uns das Begehren zu erlauben, das in uns ist – immer so weit, dass die Freiheit der anderen respektiert bleibt. Obenrum frei zu sein bedeutet Freiheit im politischen Sinne: frei von einengenden Rollenbildern, Normen und Mythen.

Margarete Stokowski, Untenrum frei. Seite 143.

Es wird dunkel im Abendland

»Das dickste Fell schützt die dünne Haut nicht vor Kälte die im Innern haust. Missgunst reißt gierig die Pupillen auf, brüllt so laut, dass sie ihrer Beute alle Sinne raubt. Hass der keine Gründe braucht sucht sich den schwächsten Feind, bis selbst die dünnste Haut wie eine Rüstung scheint. Doch was nützen die schönsten Metaphern, wenn’s die Dümmsten nicht raffen – es wird dunkel im Abendland.«

Yassin, Abendland

Abendland ist der dritte Track des kürzlich erschienen Soloalbums von Yassin. Das Video zu Abendland kannst Du hier auf YouTube ansehen.

laut.de lobt die Popqualitäten von YPSILON, in dessen Tracks Yassin gewohnt kritisch denkt, dies jedoch wesentlich weniger zynisch, sarkastisch und derb rüberkommt als in den bekannten Audio88-Yassin-Kollabos.

Einladen, ermutigen und inspirieren

»Man kann Kinder nicht erziehen, man kann sie nicht bilden, man kann nur Bedingungen schaffen, innerhalb deren das Kind diesen Selbstbildungsprozess, diesen Selbsterziehungsprozess als etwas versteht, das ihm selbst wichtig ist und an dem es selbst arbeitet. Kinder bauen ihr Wissen und ihre Fähigkeiten durch einen eigenen konstruktiven Prozess im Gehirn auf. Dazu kann man sie nicht zwingen. Dazu kann man nur einladen, ermutigen und inspirieren.«

Gerald Hüther, in Katharina Saalfrank, Du bist ok, so wie du bist: Das Ende der Erziehung. Seite 215.

Bücher, die ich 2018 gelesen habe

Lesen ist immer noch der von mir bevorzugte Weg mich mit Themen zu beschäftigen. Im vergangenen Jahr habe ich diese 15 Bücher durchgelesen, und in jedem davon eine Menge Inspiration gefunden:

  1. Remy Sharp – Working the Command Line.
  2. Rachel Nabors – Animation at Work.
  3. Jesper Juul – Leitwölfe sein: Liebevolle Führung in der Familie.
  4. Laura Kalbag – Accessibility for Everyone.
  5. Maria Montessori – Kinder sind anders.
  6. Jeremy Keith – Going Offline.
  7. Elaine N. Aron – Sind Sie hochsensibel? Wie Sie Ihre Empfindsamkeit erkennen, verstehen und nutzen.
  8. Uta Reimann-Höhn – Ist unser Sohn hochsensibel? Hochsensibilität bei Jungen erkennen und verstehen.
  9. James Bridle – New Dark Age: Technology and the End of the Future.
  10. Ulrich Brand und Markus Wissen – Imperiale Lebensweise: Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus.
  11. Meredith Haaf – Streit! Eine Aufforderung.
  12. Hannah Arendt – Die Freiheit, frei zu sein.
  13. Mary Beard – Frauen & Macht.
  14. Susan Cain – Quiet: The Power of Introverts in a World That Can’t Stop Talking.
  15. Eveline Crone – Das pubertierende Gehirn: Wie Kinder erwachsen werden.

Danke an alle Autor_innen, die auf diese Weise Themen zugänglich machen.

Mein Jahr der Musik 2018

Auch 2018 habe ich wieder recht viel Musik gehört. Laut Spotify waren davon 48 Stunden allein von Dexter, und somit ist er in diesem Jahr auf Platz 1 meiner Künstler_innen-Charts.

Künstler_innen

  1. Dexter (1,084)
  2. Ecke Prenz (524)
  3. Janelle Monáe (432)
  4. Juse Ju (413)
  5. Dezmond Dez, Tommy Vercetti, CBN (282)
  6. mewithoutYou (227)
  7. Beastie Boys (222)
  8. Kendrick Lamar (207)
  9. Murs (192)
  10. Young Fathers (192)
  11. Loyle Carner (189)
  12. Aesop Rock (117)

Die Jüngste wünscht sich immer wieder das Album ›Haare nice, Socken fly‹ von Dexter, und erkannte es kürzlich während einer Autofahrt, obwohl sie gerade mit etwas ganz anderem beschäftigt war. Bei Janelle Monáe singen die beiden mittleren Kinder direkt mit und ich erinnere mich mit dem Boi im Ferienhaus gewesen zu sein, und die Beats von Ecke Prenz genossen zu haben.

Alben

  1. Ecke Prenz – Nachts im Thälmann Park (524)
  2. Juse Ju – Shibuya Crossing (346)
  3. Janelle Monáe — Dirty Computer (338)
  4. Dexter — Haare nice, Socken fly (314)
  5. Dezmond Dez, Tommy Vercetti, CBN — Kaspar Melchior Balthasar (269)
  6. Murs — A Strange Journey Into The Unimaginable (188)
  7. Kendrick Lamar — Black Panther the Album Music From and Inspired By (186)
  8. Young Fathers — Cocoa Sugar (178)
  9. Loyle Carner — Yesterday’s Gone (176)
  10. mewithoutYou — (Untitled) (167)
  11. Suff Daddy — Baker’s Dozen: Suff Daddy (99)

Wie auch in den Jahren zuvor handelt es sich bei den Zahlen in Klammer um die Plays laut last.fm, und ein_e Künstler_in wird jeweils nur mit einem Album oder einem Stück gelistet.

Stücke

  1. Janelle Monáe — Make Me Feel (58)
  2. Ecke Prenz — Im Ernst (50)
  3. Juse Ju — Lovesongs (50)
  4. Jay Rock — King’s Dead (with Kendrick Lamar, Future & James Blake) (40)
  5. Dexter — Ich bin wavy (36)
  6. Dezmond Dez, Tommy Vercetti, CBN — Reis nach Rom (28)
  7. Young Fathers — See How (26)
  8. mewithoutYou — Another Head for Hydra (19)
  9. Loyle Carner — Swear (17)
  10. Murs — G Lollipops (17)
  11. Chefket — Sowieso (16)
  12. Beastie Boys – Root Down (15)

Spotify hat gemäß meiner Hörgewohnheiten eine Playlist mit den 100 Toptracks von 2018 erstellt. Diese Playlist habe ich in den letzten Tagen ab und an gehört, und ich finde, die lässt sich gut hören.

Was habt ihr 2018 so gehört?

Pedro The Lion – Yellow Bike

Pedro The Lion - YellowBikePedro The Lion, Yellow Bike – auf YouTube ansehen.

Heute wurde Yellow Bike von Pedro The Lion veröffentlicht. Pedro The Lion ist die Band von David Bazan, mit der er nach knapp 14 Jahren Solokarriere in diesem Jahr wieder angefangen hat auf Tour zu gehen und ein Album aufzunehmen. Das Video hat mich direkt gepackt. Die Musik verbindet sehr gut die Atmosphäre der alten Pedro The Lion Stücke mit dem was David in der Zwischenzeit veröffentlich hatte. Neben der Musik und dem nachdenklichen Text begeistert mich das Video durch die Anspielungen von David und seinem Sohn. Das neue Album erscheint am 18. Januar 2019.

Du kannst die Single auch auf Spotify anhören.

P.S.: Leider kannst Du die Videos nicht mehr bequem hier im Eintrag ansehen, sondern musst auf YouTube wechseln. Ein Klick auf das Bild oben genügt …

Frauen & Macht

»Frauen lassen sich nicht einfach in Strukturen einpassen, die von Männern mit männlichen Vorzeichen kodiert sind. Es geht darum, die Strukturen zu ändern. Das bedeutet, dass man die Macht neu denken muss. Man muss sie vom öffentlichen Prestige abkoppeln. Man muss über die Macht als etwas Gemeinschaftliches nachdenken nicht nur die Macht von Führern sehen, sondern auch die Macht derer, die ihnen folgen. Vor allem bedeutet es, Macht als ein Attribut, eine Zuschreibung oder ein Verb (»ermächtigen«) aufzufassen‚ nicht als einen Besitz. Was ich dabei im Sinn habe, ist die Fähigkeit, effektiv zu sein, etwas zu bewirken, etwas in der Welt zu verändern, und das Recht, ernst genommen zu werden‚ sowohl als Frauen insgesamt wie auch als Individuen. Es ist die so verstandene Macht, die viele Frauen nach ihrem eigenen Eindruck nicht haben — und die sie haben wollen.«

Mary Beard, Frauen & Macht, Seite 86.